Heft 22: Gedanken zu einem Bildungskanon im Fach Musik

Heft 22:  Gedanken zu einem Bildungskanon im Fach Musik

Art.Nr.: DMP-Heft-22

Gewicht: 0.2000 KG

12,90 EUR

incl. 7 % USt  

Produktbeschreibung

Die hier vorgelegte Ausgabe beschäftigt sich mit zwei verwandten musikpädagogischen und gerade wieder aktuellen Problemen, mit der Frage nach dem Sinn oder Unsinn der Kanonbildung im und für den Musikunterricht und mit jener nach einer heute angemessenen Lehr- oder Rahmenplanerarbeitung. In fast allen Bundesländern werden zurzeit neue Rahmenrichtlinien erarbeitet oder die geltenden revidiert – als Reaktion sowohl auf die politische Entscheidung, die Bildungsarbeit der Schulen auf die verpflichtende Basis von überprüfbaren Standards zu stellen, und als Reaktion auf die Überlegungen, wie der Musikunterricht auf die allgemeinen Konsequenzen aus den weltweiten Leistungsvergleichen neu konstituiert werden könne: Soll musikalisch-ästhetische Bildung sich an den allgemeinen neuen Leistungskonzepten orientieren, oder soll sie Gegenkonzepte anbieten. Im Sinne dieser Fragen schließt das Thema dieser Ausgabe von DISKUSSION MUSIKPÄDAGOGIK an jenes des letzten Heftes an, an die Frage nämlich nach Möglichkeiten eines aufbauenden Musikunterrichts.
Begonnen wird mit einem Plädoyer für einen Kanon als Orientierungschance von Horst Rumpf. In einem Dreischritt weist er, sekundiert von Käte Meyer-Drawe, auf die Tugend und den Wert der „Aufmerksamkeit“ als einer neuen Kanonperspektive hin.
Eine Darstellung der Gründe und der geschichtlichen Entwicklung der Kanonbildung bietet der Beitrag von Gunther Diehl an. Drei gerade nicht konservative Gründe für einen Musik-Bildungskanon leiten den Beitrag ein: das notwendige Gegengewicht gegen die „comedy-Kultur“, die (u. a.) zur Respektlosigkeit“ gegenüber der Mitwelt beiträgt, die Vernachlässigung des „Acht-Gebens“ in „Vermittlungs-Situationen und Lernprozessen“, und die „mediengesteuerte Verflachung der historischen Dimension“. Eine „neu gedachte Kanonidee“ erläutert er in sieben Argumenten, die zu einem offenen, veränderlichen Unterrichtszusammenhang führen.
Der Beitrag von Alfred Litschauer ist der Frage nach einem musikalischen Bildungskanon für das Gymnasium nachgegangen. Von drei Zielen aus („sich im Sachgebiet Musik zurechtfinden, Musik sachkundig mitvollziehen, Musik als Kunstgegenstand wahrnehmen und darüber ästhetisch urteilen“ können) gibt der Autor einen formalen Aufriss dessen, was ein Kanon leisten sollte. In thematischen Kategorien gefasst gehören zu diesen Leistungen: „Elemente der Musik, Gattungen und Stile, Geschichte, Gestaltung, Komposition, Instrumente und Stimmen, Kultureller Kontext, Personen“.
Johannes M. Walter erörtert das Problem eines Bildungskanons unter der Entscheidungsfrage „Werkkanon oder Erfahrungskanon“. Beide Seiten einer möglichen Kanonbildung zeigt er an drei Beispielen auf (Bach,Mozart, Schumann), die eine Verbindung zwischen den Werken, ihrer musiktheoretischen Erörterung (Harmonik) und der von den Schülern mitgebrachten Erfahrungen ermöglichen.
Oliver Krämer stellt in einem Bericht von der Arbeit am neuen Berliner Rahmenplan jene grundsätzlichen Erwägungen zusammen, von denen der Unterricht bestimmt sein soll. Zu ihnen gehören: schulisches Lernen als Beitrag zu den übergeordneten Bildungszielen, der Erwerb allgemeiner Kompetenzen, Evaluierbarkeit des Unterrichts, das Fachliche und seine Transzendierung, die Offenheit der Curriculumentscheidungen.
Eva-Maria Ganschinietz beginnt ihren Vergleich zwischen den Lehrplanprinzipien der DDR mit der (damaligen) Begründung für die Aufnahme der Dessau/Brecht-Oper „Die Verurteilung des Lukullus“ in den Lehrplan und leitet aus ihr die Argumentation der früheren Lehrplansystematik ab.
Bernd Riede benennt die Fähigkeiten, die Berliner Abiturienten in den „Bereichen Singen, kreatives Denken in Musik, elementare Harmonielehre und Erfindung von Musik“ besitzen sollen.
Als Beitrag zur Serie „Alte und neue Bekanntschaften mit Musik“ stellt Edith Metzner eine „Neubegegnung“ mit Beethovens 5. Sinfonie vor. Diese Neubegegnung zeigt sich in Momenten, die mit der Gestaltung von Zeit spielen.
Im Magazin stellen Sabine Vogt und Claudia Meyer ihre Dissertation und bzw. ihre Habilitationsschrift vor. Sabine Vogt untersucht in fünf ausführlichen Porträts Probleme der Populären Musik. Claudia Meyer untersucht Strukturmomente ästhetischer Erfahrungen und entwirft Möglichkeiten, wie „Ästhetische Erfahrungsräume“ in der Lehrerausbildung inszeniert werden können.
Alexandra Kertz-Welzel macht mit der „Global-Music-Reihe“ bekannt, deren einzelne Beiträge seit 2003 in den USA erscheinen und das Ziel verfolgen, Einführungen in verschiedene Musikkulturen zu geben. Sie rezensiert insbesondere die didaktische Grundlegung für den Gebrauch dieser Reihe von Patricia Shehan Campbell.
Thomas Ott hat die neue theoretische „Grundlegung des Musikunterrichts“ von Wilfried Gruhn („Lernziel Musik“) rezensiert. Ott stellt diesen Versuch abwägend neben frühere theoretische ‚Grundlegungen‘.
Peter Becker informiert über ein ‚Lehr- und Arbeitsbuch‘ besonderer Art.
Die chinesische Musikpädagogin Jihong Ye berichtet über das Musik-Ausbildungssystem in China und über die hilfreiche Arbeit deutscher Musikpädagogen an chinesischen Ausbildungsinstitutionen.

Inhalt (ohne Magazin)

Gedanken zu einem Bildungskanon im Fach Musik
  • Horst Rumpf
    KANON – Aufmerksamkeiten
  • Gunther Diehl
    Vom (historisch) not-wendigen Verdikt zum (zeitgemäß) hilfreichen Vorhaben
    Die alte Kanon-Idee und ihr neuer Stellenwert für eine unterrichtlich vermittelte musikalische Bildung
  • Alfred Litschauer
    Erste Schritte zu einem Kanon der höheren musikalischen Bildung im schulischen Unterricht
  • Johannes M. Walter
    Werkkanon oder Erfahrungskanon?
    Eine möglichen Perspektive für den Musikunterricht
Lehrplanarbeit heute
  • Eva-Maria Ganschinietz
    Die Musiklehrpläne  im Osten Deutschlands zwischen Kanonbildung und Bildungskanon
  • Oliver Krämer
    Lehrplanarbeit
    Gedanken im Zusammenhang mit der Arbeit am Berliner Rahmenplan für das Fach Musik in der Sekundarstufe II
  • Bernd Riede
    Welche Fähigkeiten sollten Abiturienten in den Bereichen Singen, kreatives Denken in Musik, elementare Harmonielehre und Erfindung von Musik besitzen?
Alte und neue Bekanntschaften mit Musik
  • Edith Metzner
    Beethovens 5. Sinfonie – eine Neubegegnung
Sofort versandfähig, ausreichende Stückzahl
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