Heft 23: Medienkultur und Musikunterricht

Heft 23:  Medienkultur und Musikunterricht

Art.Nr.: DMP-Heft-23

Gewicht: 0.2000 KG

12,90 EUR

incl. 7 % USt  

Produktbeschreibung

Hauptthema dieser Ausgabe ist das Verhältnis zwischen Medienkultur und Musikunterricht.
Beide Bereiche leben noch weitgehend getrennt voneinander. Wenn auch manche Konzepte des Musikunterrichts und ein großer Teil der Praxis den Medienkulturbereich der Popularmusik in ihren vielfältigen Ausformungen zum Gegenstand ihrer Bemühungen machen, ist doch ihre gegenseitige Fremdheit nicht zu übersehen.
Sabine Vogt stellt in Fallstudien musikalische Sozialisationsentwicklungen vor, die sie  als  „Identitätsarbeit mit Popmusik“ bezeichnet. Es geht ihr um die Deutung der „sozial orientierte(n) Identitätsarbeit im Sinne einer ‚tatsächliche(n) Befriedigung von Bedürfnissen unter dem Einfluss der Kulturindustrien“. Bei der Beschreibung ihrer ‚Klienten’ greift sie auf Aspekte zurück, die Renate Müller über das „Mitgliedwerden“ in Gruppen, über die „Identifikation mit der Symbolwelt“, über die Wahl für einen bestimmten Lebensstil ... zusammengestellt hat. Am Ende ihres Beitrags kommt sie auf die Kluft zwischen Musikunterricht und dem Musikverhalten Jugendlicher zu sprechen (siehe auch die Beschreibung ihrer Dissertation in Heft 22 –  ein kommentiertes Literaturverzeichnis erscheint in Haft 24).
Kai Stefan Lothwesen und Daniel Müllensiefen berichten von einem Forschungsprojekt, das die Grundbedingungen von TV-Castings – die Formate, die Einbindungen in Medienkonzerne, die Akzeptanz der Sendungen, Probleme des Star- und Fanverhaltens, musikalische Inhalte – untersucht.
Elke Moltrecht und Stefan Sikora gehen in ihrem Beitrag von ihrer Kenntnis der Berliner Szene aus und stellen die Welt der Neuen Medien in großer Breite vor. Sie breiten die Möglichkeiten aus, welche die elektronischen Medien für das Komponieren, das Hören und  die Aneignung von Musik – und nicht etwa nur der Pop/Rockkultur – heute bereitstellen.
Heiner Klug stellt das Bild des Komponierens und das veränderte Bild des Musikers im Medienzeitalter vor, indem er vergleichend zwischen C. Ph. E. Bach; J. S. Bach; C. Czerny; und, auf der anderen Seite, J. Aebersold; M. Levine; H.W. Henze ... darauf hinweist, wie sich die Tätigkeit des komponierenden Musikers – nach einer Zeit der Trennung beider Tätigkeiten im 19. Jahrhundert – unter dem Einfluss der Medien wieder in einer Person zusammenschließt.
Christian Rolle erörtert, wie Jugendliche mit den Medien umgehen, wie sie sie in ihr Alltagsleben integrieren und mit ihnen ihr Leben gestalten. Er zeigt in Beispielen, dass und wie sie dies ohne musikpädagogische Anleitung tun. Dabei wird der Perspektivenwechsel deutlich, demzufolge sie nicht mehr (nur) Nutzer oder gar Opfer der Medien sind, sondern vielmehr deren Gestalter. Dies erklärt das Konzept der Selbstsozialisation, das in der Sozialisationsforschung zum Beschreibungsmodell des Medienverhaltens Jugendlicher geworden ist.  Auch dieser Beitrag bietet Konsequenzen für den Musikunterricht an.
Das Thema „Medienkultur und Musikunterricht“ hält den Medienbegriff offen. So hat Thomas Ott sich das Medium „Notation“ für eine Erörterung gewählt. Notation ist nicht nur als ein „Aufschreibesystem“ zu verstehen, sondern vermag eine große Zahl von Funktionen und Anwendungen für das Verstehen, Hervorbringen und Darstellen von Musik zu erfüllen. 
Im Bereich der freien Beiträge (LEHRERAUSBILDUNG, UNTERRICHTSKRITIK) beschreibt und bewertet Christine Stöger das in der Lehreraus- und weiterbildung häufiger angewendete Konzept „accompagnato“, das sich der Unterrichtsbeobachtung und der Beobachtung des Lehrerverhaltens widmet einschließlich ihrer Auswertung und Problematisierung.
Das Kapitel ALTE UND NEUE ERFAHRUNGEN MIT MUSIK enthält einen Beitrag von Jörg Eggeling: „Die Musik der rechtsradikalen Skins“. Wir gehen davon aus, dass weitere Beiträge zu diesem wichtigen Thema kommen könnten, denn nur wenige griffige Informationen dringen an die „Oberfläche“ oder gar bis in den Musikunterricht hinein.
In diesem Heft beginnen wir eine neue Serie: AUS DER GESCHICHTE LERNEN? Bei den Auseinandersetzungen der letzten Zeit über Vorstellungen von einem aufbauendem Unterricht, über wünschenswerte Kompetenzen und über den Zusammenhang von Musiklernen und Kulturerschließung ist aufgefallen, dass Unterrichtskonzepte, -ziele und -methoden diskutiert werden, von denen einige bereits aus der Vergangenheit vertraut sind. Um auf diese Wiederkehr aufmerksam zu machen und um gleichzeitig die Unterschiede he-rauszustellen, wird DISKUSSION MUSIKPÄDAGOGIK demnächst frühere Konzepte in Erinnerung bringen.  Andreas Höftmann gibt eine Einleitung grundsätzlicher Art, eben mit Gedanken darüber, ob die Geschichte und auch die der Musikpädagogik „Lehrmeister für das Leben“ sein kann.
Matthias Kruse zeichnet das musikpädagogische Konzept Fritz Jödes nach, basierend auf den Bestrebungen der Reformpädagogik nach dem Ersten Weltkrieg und  der Ganzheitsphilosophie Henri Bergsons. 
Berichte und Rezensionen beenden auch diese Ausgabe.

Inhalt (ohne Magazin)

Medienkultur und Musikunterricht

  • Sabine Vogt
    „Ich höre immer viel Musik, die ich auch wirklich hören kann. Und nicht nur die, die ich viel hören kann.“
    Eine Empirische Studie über Formen der musikalischen Selbstsozialisation
  • Kai Lothwesen und Daniel Müllensiefen
    Vom Castingshow-Teilnehmer zum Star? Empirische Befunde zu den Urteilskategorien jugendlicher Musikhörer
  • Elke Moltrecht und Stefan Sikora
    Von Neuen Medien und alten Hüten
    Rezeptionsästhetische und inhaltliche Umbrüche in der künstlerischen Kultur als Folge der Technologierevolution im ausgehenden 20. Jahrhundert
  • Heiner Klug
    Musikpädagogik im Medienzeitalter
  • Christian Rolle
    Medienpraxis und Musikunterricht
  • Thomas Ott
    Notation von Musik – als Medium betrachtet

Lehrerausbildung, Unterrichtskritik

  • Christine Stöger
    Erfahrungswissen für den Lehrberuf
    „accompagnato“ – Ein Kurskonzept zur Vernetzung von Studium und Beruf

Alte und neue Erfahrungen mit Musik

  • Jörg Eggeling
    Die Musik der rechtsradikalen Skins

Neue Serie: Aus Geschichte lernen?

  • Andreas Höftmann
    Lehrmeisterin für das Leben?
    Gedanken über die Frage, was die Geschichte der Musikpädagogik nützen könne
  • Matthias Kruse
    „Jeder singe also innen immer darauf los...“
    Fritz Jödes Musikpädagogik vor dem Hintergrund seiner Welt- und Musikauffassung
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