Heft 29: BA-/MA-Reform der Musiklehrerausbildung
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Produktbeschreibung
Liebe Abonnenten, liebe Interessenten,
hiermit legen wir nun die erste Ausgabe „Diskussion Musikpädagogik“
vor, für die ausschließlich der Hildegard-Junker-Verlag die
Verantwortung trägt. Sollten sich bei der Auslieferung Ungenauigkeiten
oder gar Fehler eingeschlichen haben, bitten wir vorab um Absolution mit
der Bitte, uns diese mitzuteilen. Bedenken Sie, dass es in kurzer Zeit
bereits die zweite Änderung ist: Die Auslieferung ging von Seelze nach
Oldershausen und von dort jetzt zu uns.
Wir wünschen allen Lesern und
Leserinnen ein erfolgreiches Neues Jahr, das trotz beängstigender
bildungspolitischer Veränderungen die Musikpädagogik mit ihren
besonderen Möglichkeiten und Zielen zu schützen vermag. Wir können
durchaus einiges dazu beitragen.
Im Namen aller Mitarbeiter des
Hildegard-Junker-Verlages
Die erste Ausgabe im neuen Jahr bietet zwei Themenschwerpunkte an –
die Erörterung der Reformprozesse in der Musiklehrerausbildung und
Einblicke in den Musiktheorieunterricht für zukünftige Musiklehrerinnen
und Musiklehrer an der Musikhochschule in Dresden.
Clemens Kühn hat
einerseits einen Beitrag über eine der wichtigsten Voraussetzungen für
„Theorie“ im Musikunterricht geschrieben, nämlich über das „Einfache“,
das allen musiktheoretischen Überlegungen zugrunde liegt. Und er hat
andererseits fünf Studierende dazu angeregt, kleine Texte zu
Musikstücken oder zu musiktheoretischen Problemen zu schreiben. Diese
Texte geben einen Einblick in die Theoriewerkstatt der Schulmusik in
Dresden. Wer ihn kennt, merkt ihnen die Grundhaltung des Meisters
deutlich an.
Das dominierende Thema dieser Ausgabe ist der mühsame
Reformprozess der so genannten „Bachelos-/ Master-Reform in der
Musiklehrerausbildung. Die Schwierigkeiten fangen mit den europäischen
und bundesdeutschen Vorgaben an – dem engen Richtlinien-Korsett aus der
berühmten mittelitalienischen Modezentrale, dem Zwang zur
Modularisierung und zur Quantifizierung der Studierzeiten und
Studienleistungen in Credit-points. Bisher stecken die meisten
Hochschulen mitten in Versuchen, aus Mischgemüse eine europäische Suppe
zu kochen, die überall genießbar ist. Leider oder glücklicherweise sind
sie weder mit den traditionellen Hochschulstrukturen in Einklang zu
bringen noch mit den bisherigen, am Schulsystem ausgerichteten
Berufsbildern. Berufsqualifizierende Bachelor-Abschlüsse für das
bisherige deutsche Schulsystem gibt es nicht; da mögen die
ministeriellen Formulierungen noch so schöne Mogelpackungen bündeln; es
hätte zuerst das Schulsystem reformiert werden müssen. Credit-points für
künstlerisch-wissenschaftlich-pädagogische Studiengänge führen zu
einer Punkte-Inflation oder zu beruflicher Ramschware; für diese
Studiengänge hätte man angemessene Rezepte vor der Therapie schreiben
müssen. Schulischer Musikunterricht und eine auf ihn zugeschnittene
Lehrerausbildung gibt es in kaum einem europäischen Land; wie sollen da
die wünschenswerte Vergleichbarkeit und die wünschenswerte freie Wahl
der Studien- und Berufsorte Wirklichkeit werden?
Bologna ist
offenbar der Name für eine neue Pferderasse – das Trojanische Pferd des
21. Jahrhunderts als Danaergeschenk; freilich mit Dunkelheit im Bauch
und mit viel zu bürokratisch und technokratisch gestylten Lehrerhelden,
um intra muros Europae mehr als eine Karikatur abzugeben.
Nur wenige
Hochschulen waren bereit oder sahen sich imstande, aus der
Bologna-Werkstatt zu plaudern. Die Hochschulen gar, von denen man hört,
sie hätten die europäischen Schulaufgaben gelöst und zur schon
Akkreditierung abgegeben, haben auf die Bitte um Beteiligung gar nicht
erst reagiert. Andere zeigen Versuche, gutes Metall aus dem
bürokratischen Schrott zu gießen. Auch gibt es redliche Absichten,
passgenauer Umsetzungen; sie sehen vielleicht großen Zeiten entgegen. Zu
danken ist Niels Knolle, der den Arbeits- und Versuchsstand der
Lehrerausbildungsinstitutionen an den Universitäten und seine Grundlagen
zusammengefasst hat.
Es ist schade um die Chancen der Reform, um die
aufopfernden Bemühungen, Kompromisse zu finden, die einer besseren
Wirklichkeit standhalten. Denn eigentlich enthält die Bologna-Rakete
viel nützlichen Treibstoff; doch auch hier ist der CO2-Ausstoß zu
unbekömmlich.
Mit dieser Ausgabe beginnen wir, den Beiträgen
summeries in englischer Sprache anzufügen bzw. voranzustellen. Wir
hoffen damit, Schneisen in die Musikpädagogik vieler anderer Länder zu
schlagen. Und wir bitten alle Autorinnen und Autoren, diesen Versuch
mehr und mehr zu unterstützen.
Heftartikel (ohne Magazin)
mit Beiträgen von Niels Knolle, Ursula Brandstätter, Heinz Geuen /
Christine Stöger, Michael Pabst-Krüger / Alexandra Kertz-Welzel:
Motivation zur Weiterbildung: Master- und Bachelor-Abschlüsse in den USA
/ u. a.

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