Heft 29: BA-/MA-Reform der Musiklehrerausbildung

Heft 29: BA-/MA-Reform der Musiklehrerausbildung

Art.Nr.: DMP-Heft-29

Gewicht: 0.2000 KG

12,90 EUR

incl. 7 % USt  

Produktbeschreibung

Liebe Abonnenten, liebe Interessenten,

hiermit legen wir nun die erste Ausgabe „Diskussion Musikpädagogik“ vor, für die ausschließlich der Hildegard-Junker-Verlag die Verantwortung trägt. Sollten sich bei der Auslieferung Ungenauigkeiten oder gar Fehler eingeschlichen haben, bitten wir vorab um Absolution mit der Bitte, uns diese mitzuteilen. Bedenken Sie, dass es in kurzer Zeit bereits die zweite Änderung ist: Die Auslieferung ging von Seelze nach Oldershausen und von dort jetzt zu uns.
Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen ein erfolgreiches Neues Jahr, das trotz beängstigender bildungspolitischer Veränderungen die Musikpädagogik mit ihren  besonderen Möglichkeiten und Zielen zu schützen vermag. Wir können durchaus einiges dazu beitragen.

Im Namen aller Mitarbeiter des
Hildegard-Junker-Verlages

Die erste Ausgabe im neuen Jahr bietet zwei Themenschwerpunkte an – die Erörterung der Reformprozesse in der Musiklehrerausbildung und Einblicke in den Musiktheorieunterricht für zukünftige Musiklehrerinnen und Musiklehrer an der Musikhochschule in Dresden.
Clemens Kühn hat einerseits einen Beitrag über eine der wichtigsten Voraussetzungen für „Theorie“ im Musikunterricht geschrieben, nämlich über das „Einfache“, das allen musiktheoretischen Überlegungen zugrunde liegt. Und er hat andererseits fünf Studierende dazu angeregt, kleine Texte zu Musikstücken oder zu musiktheoretischen Problemen zu schreiben. Diese Texte geben einen Einblick in die Theoriewerkstatt der Schulmusik in Dresden. Wer ihn kennt, merkt ihnen die Grundhaltung des Meisters deutlich an.
Das dominierende Thema dieser Ausgabe ist der mühsame Reformprozess der so genannten „Bachelos-/ Master-Reform in der Musiklehrerausbildung. Die Schwierigkeiten fangen mit den europäischen und bundesdeutschen Vorgaben an – dem engen Richtlinien-Korsett aus der berühmten mittelitalienischen Modezentrale, dem Zwang zur Modularisierung und zur Quantifizierung der Studierzeiten und Studienleistungen in Credit-points. Bisher stecken die meisten Hochschulen mitten in Versuchen, aus Mischgemüse eine europäische Suppe zu kochen, die überall genießbar ist. Leider oder glücklicherweise sind sie weder mit den traditionellen Hochschulstrukturen in Einklang zu bringen noch mit den bisherigen, am Schulsystem ausgerichteten Berufsbildern. Berufsqualifizierende Bachelor-Abschlüsse für das bisherige deutsche Schulsystem gibt es nicht; da mögen die ministeriellen Formulierungen noch so schöne Mogelpackungen bündeln; es hätte zuerst das Schulsystem reformiert werden müssen. Credit-points für künstlerisch-wissenschaftlich-pädagogische Studiengänge führen  zu einer Punkte-Inflation oder zu beruflicher Ramschware; für diese Studiengänge hätte man angemessene Rezepte vor der Therapie schreiben müssen. Schulischer Musikunterricht und eine auf ihn zugeschnittene Lehrerausbildung gibt es in kaum einem europäischen Land; wie sollen da die wünschenswerte Vergleichbarkeit und die wünschenswerte freie Wahl der Studien- und Berufsorte Wirklichkeit werden?
Bologna ist offenbar der Name für eine neue Pferderasse – das Trojanische Pferd des 21. Jahrhunderts als Danaergeschenk; freilich mit Dunkelheit im Bauch und mit viel zu bürokratisch und technokratisch gestylten Lehrerhelden, um intra muros Europae mehr als eine Karikatur abzugeben.
Nur wenige Hochschulen waren bereit oder sahen sich imstande, aus der Bologna-Werkstatt zu plaudern. Die Hochschulen gar, von denen man hört, sie hätten die europäischen Schulaufgaben gelöst und zur schon Akkreditierung abgegeben, haben auf die Bitte um Beteiligung gar nicht erst reagiert. Andere zeigen Versuche, gutes Metall aus  dem bürokratischen Schrott zu gießen. Auch gibt es redliche Absichten, passgenauer Umsetzungen; sie sehen vielleicht großen Zeiten entgegen. Zu danken ist Niels Knolle, der den Arbeits- und Versuchsstand der Lehrerausbildungsinstitutionen an den Universitäten und seine Grundlagen zusammengefasst hat.
Es ist schade um die Chancen der Reform, um die aufopfernden Bemühungen, Kompromisse zu finden, die einer besseren Wirklichkeit standhalten. Denn eigentlich enthält die Bologna-Rakete viel nützlichen Treibstoff; doch auch hier ist der CO2-Ausstoß zu unbekömmlich.
Mit dieser Ausgabe beginnen wir, den Beiträgen summeries in englischer Sprache anzufügen bzw. voranzustellen. Wir hoffen damit, Schneisen in die Musikpädagogik vieler anderer Länder zu schlagen. Und wir bitten alle Autorinnen und Autoren, diesen Versuch mehr und mehr zu unterstützen.

Inhalt (ohne Magazin)

Das Wort zum ersten Quartal

  • Karl Heinrich Ehrenforth
    Somnia Emeriti

BA-/MA-Reform der Musiklehrerausbildung

  • Niels Knolle
    Zur Reform von Musikstudiengängen auf der Basis der Bachelor-Master-Struktur
  • Ursula Brandstätter
    Studienplanreform – Utopie und Realität
    Erfahrungen an der Universität der Künste Berlin
  • Heinz Geuen & Christine Stöger
    Steuerungselemente für die Gestaltung eines Lehramtsstudiums – ein Werkstattbericht
  • Michael Pabst-Krueger
    Einführung von BA-/MA-Studienstrukturen an der Musikhochschule Lübeck
  • Alexandra Kertz-Welzel
    Motivation zur Weiterbildung: Master- und Bachelor-Abschlüsse in den USA
  • Christoph Richter
    Modularisierung als Chance für ein Studenten- und berufsbezogenes Studium
    Einige utopisch-idealistische Überlegungen zur Studienreform an Musikhochschulen

Musiktheorie im Schulmusikstudium – praktische Beispiele

  • Clemens Kühn
    Vorbemerkung
  • Clemens Kühn
    Einfachheit
    Zur Darstellung und Vermittlung von Musik
  • Michael Muche, Anne Hoffmann, Christine Hadlich, Gabriele Scharfenberger, Tobias Walenciak
    Musik näher gebracht
    Interpretation von Studierenden der Schulmusik an der Musikhochschule in Dresden

Musikpädagogische Forschung

  • Claus Bernecker & Ludwig Haag & Wolfgang Pfeiffer
    Musikalisches Selbstkonzept
    Eine empirische Untersuchung
Sofort versandfähig, ausreichende Stückzahl
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