Heft 33: Musikalische Selbstkonzepte
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Produktbeschreibung
Die erste Ausgabe unserer Zeitschrift im Jahr 2007 bietet als Hauptthema die Beschäftigung mit der Theorie und mit Erfahrungen des musikalischen Selbstkonzepts (im Folgenden: MSK) an. Die wachsende Literatur zum (allgemeinen, umfassenden) Selbstkonzept gewinnt in zunehmendem Maße das Interesse der Musikpsychologie und – in ihrem Gefolge – der Musikpädagogik. Verschiedene Personengruppen, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Musiker und Musiklehrer sind Gegenstand von empirischen Studien zur Selbsteinschätzung ihrer Beziehung zur und ihres Umgangs mit Musik.
Für den Musikunterricht, und deshalb auch für die Musiklehrerausbildung, wird die Beschäftigung mit musikalischen Selbstkonzepten in dem Maße immer wichtiger, in dem die Gleichschaltung und Anpassung des Musikunterrichts und seiner Kundschaft in den neuen Unterrichtskonzepten der Nach-PISA-Zeit mit ihren strikten Kontrollforderungen und Kanonzumutungen zunimmt.
Wie wäre es, wenn in einer Gegenbewegung die musikalischen Selbstkonzepte der Individuen, der lehrreiche Austausch ihrer Erfahrungen und ihre notwendige Verallgemeinerung als Grundlage für die Beschäftigung mit Musik angesetzt würde – im Sinne eines Fundaments, auf dem sich dann auch eine Musiklehre sinnvoll und menschenbezogen aufbauen ließe? Beschäftigung mit Musik, in allen seinen Facetten und Möglichkeiten, ist – nach dem alten dialogischen Prinzip der neueren Hermeneutik – stets eine Auseinandersetzung zwischen dem „Mitgebrachten“, also den Selbstkonzepten, und dem jeweils Neuen und Hinzugefügten, das der Musikunterricht anbietet. Tatsächlich ist das musikalische Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler zumindest unbewusst und subkutan immer mit „im Spiel“ – wenn es nicht „didaktisch“ beiseite geschoben, (zum pädagogischen Feigenblatt) verkürzt oder übersehen wird, wie es manche Richtlinien und die starren Zügel von Standards und Kompetenzformulierung „von oben“ ja fleißig betreiben. Man könnte versuchen, es zur bewussten Grundlage und zum Curriculum-Bau aufzuwerten.
Der Schriftleiter erprobt zur Zeit in einem Seminar die Möglichkeit eines solchen „Unterrichts von unten“, bei dem die Musik und die Fragestellungen aus den Selbstkonzepten der Teilnehmer stammen und von den Teilnehmern nicht nur eingebracht, sondern auch, so gut es geht, durch die Sitzungen geführt werden. Alle Beispiele und Fragestellungen müssen in einem wichtigen und weiterführenden Punkt an die zuvor bearbeiteten „andocken“, so dass ein curricularer Zusammenhang entsteht. Auch sollen stets die möglichen und passenden musikalischen Umgangsweisen Berücksichtigung finden. Außerdem werden alle Fachfragen und Phänomene protokolliert (gemäß Wagenschein zunächst in der Anschauungs- und Alltagssprache) und sodann zu einer aufbauenden Musiklehre systematisiert. „Aufbau einer Musiklehre“ bedeutet in diesem Versuch nicht „Aufbau der Fachsystematik“, sondern Aufbau für die Teilnehmer und von ihnen aus.
Den Teilnehmern fällt dieser Versuch schwer, weil sie aus der Schule und Hochschule in andere Denkweisen eingeübt sind und sich in ihnen leider sicher fühlen (eine Sicherheit, die mit Unfreiheit und bisweilen mit Verzicht auf Phantasie und Eigenständigkeit erkauft ist). Wenn schon Lehramtsstudierende mit dem Fundament des Selbstkonzepts Schwierigkeiten haben, werden Schüler es erst recht haben. Aber: Ich meine, der Versuch lohnt sich, weil er einen freieren und vielleicht wirklich wissenschaftsähnlichen Umgang mit dem Bereich Musik verspricht.
Die Beschäftigung mit musikalischen Selbstkonzepten im Hauptteil dieser Ausgabe korrespondiert insofern mit dem Nebenthema, als es bei ihm noch einmal um den Kontrast zum ersten Thema geht, um das Zentral-abitur (siehe die Ausgabe 4/ 2006; DMP 32) und um eine Pädagogik der Vergleichbarkeit.
Christoph RichterHeftartikel (ohne Magazin)
Sabine Vogt & Marion Gerards: Musikbezogene Selbstkonzepte von
Jugendlichen und ihre Konsequenzen für die Musikvermittlung aus
sozialpädagogischer Perspektive / dazu: Anne Niessen, Wolfgang Pfeiffer /
u. a.

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