Heft 36: Szenische Interpretation von Musiktheater
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Produktbeschreibung
Das Konzept der „Szenischen Interpretation“ erfreut sich seit über
zwanzig Jahren großer und wachsender Beliebtheit, sowohl was ihre
(lern-)theoretischen Begründungen als auch was ihre praktischen
Anregungen betrifft. Der Kreis derer, die seine Möglichkeiten der
Anwendung im Musikunterricht und darüber hinaus nutzen, ist ständig
gewachsen, auch aus der Schule hinausgewachsen. Das ist u. a. darauf
zurückzuführen, dass das Konzept in mehrfacher Hinsicht weiterentwickelt
wurde, quantitativ und qualitativ. Der Interessentenkreis und jener der
„Anwender“ hat sich so sehr vermehrt, dass der besseren Kommunikation
wegen eine Art Verband, genannt ISIM (Institut für Szenische
Inszenierung von Musik + Theater) gegründet wurde, der Treffen
veranstaltet und dessen Nachrichten und Informationen auf einer Website
abgerufen werden können (www.musiktheaterpaedagogik.de). Der Verband arbeitet ohne Etat und Hierarchie; das allein wirkt sympathisch angesichts der sprießenden Verbandshierarchien.
Vier Entwicklungsstränge beflügeln und befruchten die Arbeit und den Erfolg des Konzepts:
1. die pädagogische Theoriebildung, beginnend mit den Lerntheorien
von Ingo Scheller, Wolfgang Martin Stroh und Rainer O. Brinkmann bis zu
der Aufnahme systemischer konstruktivistischer Einsichten (siehe die
Dissertation von Markus Kosuch und dessen Beitrag in diesem Heft),
2. die
Ausweitung des Konzepts auf die Beschäftigung mit absoluter Musik durch
Wolfgang Martin Stroh (siehe seinen Beitrag und das in diesem Heft
vorgestellte neue Buch),
3. die Anwendung des Konzepts als Opernpädagogik
4. und die weite Verbreitung in anderen Ländern, d. h. die Internationalisierung des Konzepts.
Die Beiträge in diesem Heft stellen diese vier Aspekte dar und fassen
sie zusammen. Auf diese Weise ist eine Art Kompendium der „Szenischen
Interpretation von Musik und Theater“ entstanden. Die Vielfalt und der
Versuch einer zusammenfassenden Darstellung wäre nicht gelungen, wenn
sich nicht Markus Kosuch als Betreuer des Heftes bis in die Einzelheiten
engagiert hätte. DISKUSSION MUSIKPÄDAGOGIK ist ihm, wie auch allen
Autorinnen und Autoren, zu großem Dank verpflichtet.
Ein günstiges
Schicksal aus Bayreuth erlaubt es uns, einen Beitrag in dieses Heft
aufzunehmen, welcher das „Theater um das Musiktheater“ thematisiert: In
den fünfziger Jahren gehörte Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von
Nürnberg“ zum Kanon der in der Oberstufe zu besprechenden Opern,
übrigens nicht wegen seiner Deutschtümelei, sondern wegen der Fülle der
Kompositionsweisen, der musikalischen Formen, der musiktheoretischen
Aspekte und Probleme, man mag zu diesem Werk und seinen heute
diskutierten Fragwürdigkeiten stehen, wie man will.
Nun hat Katharina
Wagner an den „Meistersingern“ in diesem Jahr ein Großreinemachen
veranstaltet, das Stück neu möbliert, neues Personal eingestellt und die
traditionellen Rollen neu verteilt. Die Frage stellt sich, ob die
„Meistersinger“ nun nicht mehr unterrichtstauglich sind oder jetzt erst
recht dem umstrittenen Thema „Oper“ neue Nahrung geben und frischen
Schwung verleihen. Unsere Leserinnen und Leser können sich in einer
zugegeben subjektivenTeilansicht ein Bild vom zukünftigen pädagogischen
Schicksal der „Meistersinger“ machen, wenn sie Werner Hahns Kritik
lesen.
Aufmerksam machen möchte ich auf die beiden Rezensionen zu
Stephan Hametners Dissertation „Musik als Anstiftung“, die sich mit dem
in Mode gekommenen Konzept einer systemisch-konstruktivistischen
Musikpädagogik beschäftigen. Wir werden diese Spur, mit der sich weitere
Dissertationen beschäftigen, weiter verfolgen und im Jahr 2008 zu ihr
ein Themenheft zusammenstellen.
Heftartikel (ohne Magazin)
Christoph Richter: Klassik im Musikunterricht? / Wolfgang Martin Stroh:
Szenische Interpretation absoluter Musik / Markus Kosuch: Die szenische
Interpretation – Entstehung, Entwicklung, Begründung - Teil I:
Begegnung mit Musiktheater als Erfahrungsraum - Teil II: Szenische
Interpretation von Musik und Theater als Konzept der allgemeinen
Opernpädagogik - Teil III: Szenische Interpretation von Musik und
Theater als Konzept der allgemeinen Opernpädagogik – Ein Blick über den
deutschen Tellerrand / Anne-Kathrin Ostrop: Musiktheaterpädagogik an der
Komischen Oper Berlin / Susanne Skov: Szenische Interpretation am N.
Zahles Seminarium / Lene Juul Langballe: Szenische Interpretation als
Methode an der Jyske Opera, Århus, Dänemark / Wolfgang Martin Stro:
Unterrichtsmaterialien zu szenischen Interpretationen von Musiktheater /
u. a.

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