Heft 46: Promovieren in Musikpädagogik
12,50 EUR
incl. 7 % USt zzgl. Versandkosten
Produktbeschreibung
Feste Bestandteile im Magazin unserer Zeitschrift sind
Zusammenfassungen von neuen Dissertationen und, meist ein wenig später,
Rezensionen zu diesen Dissertationen. Diese Sitte hat sich
herumgesprochen. Viele Doktoranden schicken uns von selbst solche
Zusammenfassungen und bitten um Rezensionen. Soweit es geht, erfüllen
wir diese Bitten. Darüber hinaus ist der Schriftleiter neuen
Doktorarbeiten stets auf der Spur, teils aus Neugier und weil er den
Anschluss an den musikpädagogischen Diskurs nicht verlieren, sondern, im
Gegenteil, in die Öffentlichkeit ‚stellen’ möchte. Andererseits hält er
es für die Pflicht einer wissenschaftsorientierten Zeitschrift, die
Entwicklung des Musikunterrichts bzw. der Musikvermittlung und der
musikpädagogischen Forschung gerade der jüngeren Fachdidaktiker zu
dokumentieren. Es geht darum, die entstehenden Arbeiten und ihre
Ergebnisse öffentlich zu machen und sie in das Gesamtbild der
fachdidaktischen Forschung einzufügen.
Aus dieser, von der
Leserschaft offenbar positiv angenommenen Praxis, die ja auch die
Doktoranden selbst bekannt macht und vielleicht sogar ein paar Punkte
bei Bewerbungen einbringt, entstand der Gedanke, ein Themenheft über das
Promovieren im Gebiet Musikpädagogik in „Diskussion Musikpädagogik“
zusammenzustellen. Lina Hammer (Universität Köln), die sich mit Ideen
und organisatorischen Vorschlägen für die Gestaltung dieser Ausgabe
hilfreich beteiligte, sei herzlich gedankt. Vor allem versorgte sie die
Schriftleitung mit Namen und Adressen von Doktorandinnen und
Doktoranden, die sie (die Schriftleitung) zur Mitarbeit ansprechen
konnte. Auf diesem Wege lernte ich auch das Doktorandennetzwerk kennen,
dessen Existenz und Arbeitsweise wohl einmalig in der
Wissenschaftslandschaft ist.
Bei der Vorbereitung des Heftes kamen
viele und noch nicht bedachte Aspekte des Promovierens zusammen: die
Prozesse der Themenfindung und ihrer Zuschnitte, Fragen der
Wissenschaftstheorie, Entscheidung und Erprobung methodischer und
methodologischer Art, Überlegungen zur Darstellung und Präsentation, die
Errichtung von Dämmen und Deichen gegen die Neigung der
Materialüberflutung. Als wichtig und kritisch stellte sich – was zu
erwarten war – die Beziehung zu den betreuenden Kolleginnen und Kollegen
heraus, ferner Üblichkeiten und Möglichkeiten der Zusammenarbeit der
Doktoranden in offiziellen oder informellen Kolloquien, die private
Zusammenarbeit. Dies alles sind Wege, die Einsamkeit des Forschens und
des Schreibens zu lindern – die Einsamkeit, die für manche eine schwere
Bürde sein kann. Andere Aspekte des weiten Feldes sind die angemessene
Behandlung von Schreibhemmungen, die Suche und Auswahl von Literatur,
die Literaturgläubigkeit und der seriöse Umgang mit ihr.
Eine schwere Last ist für viele Promotionswillige oder -begeisterte
die Finanzierung der wissenschaftlichen Vorhaben bis zur
Veröffentlichung, noch mehr offenbar aber die Finanzierung des Lebens
während der langen Promotionszeit. Nur wenige können mit Arbeitsstellen
in Hochschulen rechnen (und auch sie kommen bisweilen nicht zügig genug
zur Beschäftigung mit ihrem Projekt). Viele promovieren, während sie als
Musiklehrerinnen oder Musiklehrer arbeiten. Zu meinem Erstaunen sind
Arbeiten „als Nebentätigkeit“ neben einem Beruf häufig rascher fertig
geworden als jene der „hauptamtlich“ Promovierenden.
Die Motive für
eine Promotion scheinen recht unterschiedlich zu sein. Da gibt es so
etwas wie ein reines („absolutes“) Interesse an einer Frage, an einer
Erscheinung oder an einem Problem, die von einem Seminar, von Literatur,
von einer Praxiserfahrung ausgingen und die einen umtreiben (bei mir
übrigens ein Leben lang). Da gibt es das pure Interesse an
wissenschaftlicher Tätigkeit und Genauigkeit. Andere können sich an der
Durchführung von empirischen Untersuchungen und ihrer Mechanik
begeistern, vielleicht auch an der (wie auch immer künstlichen)
Eindeutigkeit der Ergebnisse. Im Gegensatz zu diesem Interesse können
Gedanken entstehen, die danach fragen, wie (woher) etwas gekommen ist,
wie es sich verändert hat und welche Bedeutung es mit sich herumträgt.
Fachdidaktische Themen beschäftigen sich (hoffentlich) mit Möglichkeiten
und Problemen der Anwendung und der Konsequenzen für eine Praxis.
Ich
habe bei der Vorbereitung dieser Ausgabe gelernt, dass es lohnend und
wichtig ist, die vielen Fragen, welche sich aus der Beschäftigung mit
dem Promovieren und mit den Promotionen ergeben, in allen Ausgaben der
Zeitschrift präsent zu halten. Insofern könnte (und soll) „Diskussion
Musikpädagogik“ sich intensiver mit Fragen der Wissenschaftstheorie, der
Wissenschaftsmethodologie und der Funktion (Nützlichkeit und
Notwendigkeit) von Wissenschaft – als Haltung und als Tätigkeit –
beschäftigen. Den Doktoranden sei für ihre z. T. auch unbewussten
Anregungen gedankt, und sie seien aufgefordert, die Zeitschrift auch als
ein Wissenschaftsforum zu benutzen.
Christoph Richter
Heftartikel (ohne Magazin)
Manfred Peters: „Raus damit, was da drinsteckt, spüren, wo das hinwill.“ - Dieter Schnebel zum 80. Geburtstag / Jürgen Oberschmidt: Gegensätze ziehen sich an! - Promovieren neben der Berufstätigkeit: Gedanken zu einem Leben zwischen Theorie und Praxis / Benedikt Ruf: Musiktheorie im Musikunterricht - Eine qualitative Untersuchung zu Formen und Begründungen / Katharina Bradler: Streicherklassenunterricht in Deutschland - Geschichte – Gegenwart – Perspektiven / Susanne Naacke: Zwischen Spannungsfeldern und Schnittmengen - Promovieren aus einem Drittmittelprojekt heraus / Thomas Busch: Was, glaubst du, kannst du in Musik? - Eine Studie zu musikalischen und musikbezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen in der Sekundarstufe 1 / Markus Büring: Life-long Learning - Promovieren in der „vierten Phase“ der Lehrerbildung / Nina Dyllick: Promotion in der Musikpädagogik - Einblicke in Forschungsthemen, Arbeitsbedingungen und Motivationen von Doktoranden / Lina Hammel & Jens Knigge & Kerstin Wilke: Vernetzt promovieren in der Musikpädagogik - Das AMPF-Doktorandennetzwerk / Daniel Hesselmann & Benjamin Seipel: Auf der Suche nach einem Stipendium - oder: die Suche eines Faches nach seiner Richtung / Alexis Kivi: Das Doktorandenkolloquium an der UdK Berlin / Hildegard Froehlich: Das Leiten im Begleiten - Reflexionen einer Doktormutter in den USA / Andreas Lehmann-Wermser: Promoviert werden? - Oder lieber als wissenschaftlicher Nachwuchs gefördert? Ein leicht polemisches Plädoyer / Franz Niermann & Adri de Vugt & Sarah Hennessy & Isolde Malmberg: „meNet Lernergebnisse“ - als Handwerkszeug für die Weiterentwicklung der Musiklehrerbildung in Europa

Sofort versandfähig, ausreichende Stückzahl





















