Heft 75: Musik-Psychoedukation

Heft 75:  Musik-Psychoedukation

Art.Nr.: DMP-Heft-75

Gewicht: 0.2000 KG

12,90 EUR

incl. 7 % USt  

Produktbeschreibung

Ich gestatte mir diesmal einen persönlichen Anfang: Fast zum fünfundsiebenzigsten Mal drängt mich die Familie Junker-Offner, doch bitte das Editorial der kommenden Ausgabe der Zeitschrift „Diskussion Musikpädagogik“ alsbald zu liefern. (Zuvor hatte Dieter Lugert die Zeitschrift ins Leben gerufen, bald aber die Lust an ihrer Kinderzeit verloren.)
Für mich ist das Editorial stets das Finale nach den bisweilen nervenerschütternden Wochen vor dem Abgabetermin. Vor dem Finale nämlich muss alles parat sein, damit das Editorial noch frisch und feucht ist. Vorher erwarte ich immer die kleinen oder größeren Katastrophen: Krankheit von Autoren, unerwartete musikpädagogische Ereignisse, gedankenlose Absagen in letzter Minute, Texte von bis zu 64 Manuskriptseiten, Verzicht auf Zeichensetzung ... Viermal im Jahr steigt der Kreislauf auf höhere Touren – das soll ja gesund sein, löst dann aber Erleichterung und so etwas wie Feriengefühle aus. Vor allem aber kann ich sagen: Mir macht die Beteiligung an der langsam in die Jahre kommenden DMP viel Freude, nicht zuletzt auch die wunderbare und stets hilfreiche wie auch verständnisvolle Zusammenarbeit mit Hildegard Junker, Gabriele und Mathias Offner. Erfreulich ist auch der kleine „Viermannbetrieb“, der sich der Ehrenamtlichkeit rühmen kann.
Bewährt hat sich offenbar die Trinität der Abteilungen: Heftthema, Freie Beiträge und Magazin.
Die Heftthemen ergeben sich oft aus Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen, aus Tagungen, deren neugieriger Besucher ich bin; aus Vorschlägen von anderen, die dann den Thementeil mitbetreuen; aus Neuen Nachrichten oder – im Gegenteil – vergessenen Wichtigkeiten.
Die Angebote für freie Themen nehmen in letzter Zeit zu. Das bezeugt ein wachsendes Interesse für das Schreiben, für die Reflexion des praxisgerichteten Berufs, vielleicht auch für das Basteln an der Karriere. An ihnen beteiligen sich immer mehr auch Promovenden, junge Kolleginnen und Kollegen, Fachleiter, Studierende ...
Das Magazin macht dem Schriftleiter einige Sorgen. Immer mehr neue Bücher treffen in der Limastrasse in Berlin ein, aber immer weniger Bereitwillige finden sich, sie zu rezensieren.
Der Trost – ich bleibe auf dem Laufenden.
Das Thema der hier vorgelegten Ausgabe ist eine solche Neuigkeit – die Beschäftigung und erste Erfahrungen mit dem, was Wolfgang Mastnak „Psychoedukation“ nennt. Die auf das Mitspiel der Seele und insbesondere auf psychische Krankheiten ausgerichtete Pädagogik, die zumeist in Fällen des Einzelunterrichts, aber auch in den größeren Gruppen der Klassenzimmer hilfreich sein kann, steht in bisweilen hartem Gegensatz zu den amtlichen Lehr- und Lernforderungen der heutigen, nicht zuletzt auf wirtschaftliche Verwendung gerichtete Schultheorie und -praxis. Natürlich kann Musikunterricht, in welcher Form auch immer, nicht in die medizinische Fakultät eingereiht werden. Aber Rücksicht und Hilfe für junge und ältere Menschen ist sicher eine begrüßenswerte Aufgabe, an welcher der Umgang mit Musik sich beteiligen kann.
Die Texte zu den „Freien Beiträgen“, die wir zusammengestellt haben, bilden ein buntes Bild von Themen, die den lehrplangesicherten Musikunterricht durchlüften könnten: Blicke heraus aus der europäischen Musikkultur, Blicke zurück in die Entstehungszeit des schulischen Musikunterrichts, Blicke in die (vergangenen?) Sorgen der kulturellen Reinlichkeit, Blicke ganz weit zurück ins Mittelalter und seine wunderbaren Gesänge.

Christoph Richter

Inhalt (Magazin ohne Rezensionen etc.)

Das Wort zum dritten Quartal

  • Peter Becker
    Ein Mann mit Eigenschaften
    Richard Jakoby (1929 – 2017) zum Gedenken

Musik-Psychoedukation

  • Wolfgang Mastnak & Teresa Tièschky
    Musik-Psychoedukation
    Pädagogische und psychiatrische Perspektiven
  • Wolfgang Mastnak & Teresa Tièschky
    Lernfelder und Erfahrungsräume von Musik-Psychoedukation
  • Nina Voit
    Qigong
    als eine Methode zur Konzentrationsverbesserung
    und zum Stressabbau im Anwendungsbereich des schulischen Musikunterrichts
  • Diemut Anna Köhler-Massinger
    Psychoedukation und Gehörbildung
    Interdisziplinäre Perspektiven zur Diskussion

Freie Beiträge

  • Thomas Ott
    Metamorphosen
    Über Famoudou Konatés autobiographische Aufzeichnungen
  • Andreas Eschen
    Sechs Thesen zur Revision des Kestenberg-Bildes
  • Hannah Milena Kluge
    „… dem musikalischen Schmutz ungeschützt preisgegeben“
    Musik und Jugendschutz – Ein historisches Streiflicht
  • Nils Hilbricht & Philipp Reisner
    Zwischen Markt und Mönchtum
    Musik des Mittelalters im Unterricht der Sekundarstufen
  • Eva Verena Schmid
    „Lost for words“?
    Anregungen zum Aufbau einer sprachlichen Ausdruckskompetenz im Hinblick auf ästhetisch-musikalische Erfahrung
Sofort versandfähig, ausreichende Stückzahl
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